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Negative Folgen des Flughafenausbaus

Flughäfen sind häufig im Besitz von Bund, Ländern und Kommunen. Diese stecken Millionen an Steuergeldern in den Betrieb und die Erweiterung von Flughäfen mit der Begründung, dadurch bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Wachstum und Beschäftigung treten jedoch nur in den seltensten Fällen wie vorhergesagt ein. Viele Projekte sind von vornherein unrentabel und verschwenden so Steuergelder, die an anderer Stelle sinnvoller und nachhaltiger eingesetzt werden könnten.

Einige Beispiele: In Hessen soll nach dem Willen der Landesregierung der ungebrochene Boom des Luftverkehrs für eine Wende am Arbeitsmarkt sorgen. Insgesamt 100.000 Arbeitsplätze erhofft sich die Politik vom Ausbau des Frankfurter Flughafens. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hält 50.000 neue Arbeitsplätze an den Flughäfen seines Bundeslandes bis 2015 für realisierbar. Er geht von 3.000 neu zu schaffenden Stellen pro einer Million zusätzlicher Fluggäste aus.

Nach gängiger Auffassung entstehen also allerorten neue Arbeitsplätze, nicht nur direkt am Flughafen und bei den Airlines, sondern auch bei den Lieferanten und Dienstleistern sowie durch verstärkte Nachfrage in anderen Branchen. Unabhängige Gutachten zur Entwicklung der Arbeitsplätze an Flughafen fehlen indes. Bei den Prognosen wird außerdem nicht berücksichtigt, dass an anderer Stelle Arbeitsplätze wegfallen können. Beispielsweise wird Verkehr durch einen Flughafenausbau oftmals nur von der Bahn auf das Flugzeug verlagert. Rund um den Flughafen kommt es so zwar zu Neueinstellungen, bei der deutlich beschäftigungsintensiveren Bahn möglicherweise zum Stellenabbau.

Entsprechend verhalten äußert sich das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in einem Gutachten zum Ausbau des Frankfurter Flughafens: „Ein Einfluss einer Flughafeninfrastruktur auf den Arbeitsmarkt ist statistisch nicht nachweisbar.”

Klassischer Fall eines volkswirtschaftlich sinnlosen und betriebswirtschaftlich dauerhaft unrentablen Ausbauprojektes ist der geplante Ausbau des Flughafens Kassel-Calden. Obwohl von den Fluglinien nicht gewollt und nicht benötigt, soll der Flughafen mit 150 Millionen Euro öffentlicher Gelder ausgebaut werden. Weitere Informationen zum geplanten Ausbau von Kassel-Calden finden Sie im Faltblatt des VCD-Landesverbandes Hessen, ein Faltblatt zur geplanten Erweiterung des Flughafens Frankfurt finden Sie hier.

Auch der Flughafen München soll nach den Wünschen der Betreiber ausgebaut werden. Eine dritte Landebahn soll her, um Frankfurt den Rang als Drehkreuz abzulaufen. Die Folgen einer dritten Bahn wären noch mehr Lärm und eine noch höhere Schadstoffbelastung. Weiterführende Informationen zum geplanten Ausbau finden Sie beim VCD-Kreisverband Freising.

 

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