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Klimafreundliche Mobilität

Hohes Verkehrsaufkommen

Foto: DeeWysioN

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist in vollem Gange und mittlerweile direkt sichtbar: Klimazonen verschieben sich, Gletscher schmelzen und heftige Unwetter nehmen zu. Hauptverantwortlich für diese verheerenden klimatischen Veränderungen ist das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl entsteht.

Gerade der Verkehrssektor heizt das Klima gewaltig auf. Ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. 84 Prozent davon stammen direkt aus den Auspuffen von Autos, Lastwagen und Motorrädern. Während die CO2-Emissionen der Energiewirtschaft und der Industrie seit 1990 rückläufig sind, stiegen sie beim Verkehr im gleichen Zeitraum um rund fünf Prozent.

Die zugehörige Formel ist einfach: Je mehr Sprit ein Fahrzeug verbrennt, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Pro Liter Benzin sind das rund 2,4 Kilogramm Kohlendioxid, pro Liter Diesel sogar annähernd 2,7 Kilogramm. Ein Auto, das 6,3 Liter Benzin auf 100 gefahrene Kilometer verbraucht, stößt pro Kilometer 150 Gramm CO2 aus. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern ergibt das 1,5 Tonnen CO2, was dem gesamten durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Menschen in Indien für Heizung, Essen und Mobilität entspricht.

Um den CO2-Ausstoß im Verkehr zu senken, ist ein viel sparsamerer Umgang mit Treibstoffen unumgänglich. An erster Stelle steht dabei aus Sicht des VCD, unnötige Fahrten und Transporte zu vermeiden. Das kann im privaten Rahmen durch Umstieg auf Füße, Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel erfolgen. Im gewerblichen Rahmen können sinnvolle steuerliche Rahmenbedingungen helfen, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und Verkehr zu reduzieren.

Desweiteren ist es notwendig, Verkehr wenn immer möglich auf umweltschonendere Verkehrsmittel zu verlagern und die eingesetzten Fahrzeuge so effizient wie möglich zu machen. Neben der Verantwortung jedes Einzelnen ist es an der Politik, die richtigen Anreize zu setzen. Dazu gehört ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ebenso wie die Besteuerung des besonders klimaschädlichen Flugverkehrs.

Im Bereich Pkw stehen eine ganze Reihe sinnvoller Instrumente zur Verfügung, die mehr Klima- und Ressourcenschonung einläuten können. Allen voran gilt es, zügig einen verbindlichen, europaweiten CO2-Grenzwert zu verabschieden. Hier leistet zur Zeit vor allem die deutsche Regierung - Seit an Seit mit der deutschen Autoindustrie - Widerstand. Auch nationale Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen, die CO2-basierte Kfz-Steuer oder die Reform der Dienstwagenbesteuerung kommen nicht voran.

Viele Menschen verbinden klimafreundlichen Verkehr immer noch mit Mühsal, Verzicht und Verlust von Freiheit. Doch das Gegenteil ist der Fall: Letztlich bedeutet klimafreundliche Mobilität mehr Lebensqualität, weniger Stress, mehr Verkehrssicherheit und eine intakte Umwelt. Nur wenn es gelingt, unseren aufwändigen und wenig effizienten Verkehr umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten, können wir die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen und als Industrienation international glaubhaft für mehr Klimaschutz werben.

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