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Tagfahrlicht kann Unfallzahlen senken



Foto: PhotoCase.Com

Viele Unfälle im Straßenverkehr geschehen wegen Unaufmerksamkeit oder schlechter Sichtverhältnisse. Deshalb wird zur Zeit diskutiert, auch tagsüber das Licht am Kraftfahrzeug einzuschalten. Wie sein Vorgänger verfolgt Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee das Ziel, in Deutschland das so genannte Tagfahrlicht zur Pflicht zu machen. Das würde zunächst bedeuten, dass tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden müsste - bis spezielle Tagfahrleuchten Standard wären.

Wie beurteilt nun der VCD diese Maßnahme? Als Anwalt insbesondere schwächerer Verkehrsteilnehmer legt der VCD wert darauf, dass Sicherheitsmaßnahmen im Verkehr nicht zu Lasten von Fußgängern und Radfahrerinnen gehen. Genau in diesem Punkt gibt es Bedenken gegen das Tagfahrlicht. Die Überlegung: Wenn alle Verkehrsteilnehmer beleuchtet sind, werden die unbeleuchteten Fußgängerinnen und Radfahrer um so leichter übersehen.

Nach Auswertung der vorliegenden Erfahrungen aus Ländern mit der Lichtpflicht gibt es widersprüchliche Aussagen zu dieser Annahme. Die Effekte auf Fußgängerinnen, Radfahrer und Motorradfahrerinnen sind nicht verlässlich quantifizierbar, weil die absoluten Unfallzahlen zu große Schwankungen aufweisen und kein einheitlicher Trend erkennbar ist.

Für alle Verkehrsteilnehmer zusammengenommen deuten Studien aus Ländern mit Tagfahrlicht einen positiven Effekt für die Verkehrssicherheit an: Unfallzahlen gehen zurück, in der Folge gibt es weniger Tote und Verletzte. Als Grund dafür wird angesehen, dass beleuchtete Fahrzeuge weniger leicht übersehen werden. Das gilt auch für Unfälle mit Radfahrern und Fußgängerinnen, in diesem Punkt erhöht sich also deren Sicherheit.

Der VCD hat eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium gerichtet, welche Informationen zur Auswirkung von Tagfahrlicht auf nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer bestehen und wie die Regierung hier für Klarheit sorgen will. Die Antwort steht noch aus. Sollten sich keine eindeutig belegten Gegenargument finden lassen, unterstützt der VCD die Einführung des Tagfahrlichtes. Denn gerade im Sinne von Vision Zero ist jede Reduzierung der Unfallopferzahlen geboten.

Aus Umweltsicht gibt es allerdings einen negativen Aspekt: Abblendlicht kostet Energie. Es schlägt mit rund 180 Watt zu Buche, was einen Mehrverbrauch von 0,1 bis 0,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer bedeutet. Hier kann die Zulieferindustrie Abhilfe schaffen. Sie hat bereits spezielle Tagfahrleuchten mit minimalem Energiebedarf (6 bis 16 Watt) entwickelt. Erste Hersteller bauen sie ein, die Technik kann ebenso nachgerüstet werden. Im Vergleich zu anderen Stromverbrauchern wie Klimaanlage oder Heckscheibenheizung fällt der Mehrverbrauch durch Abblendlicht allerdings schon heute kaum ins Gewicht. Dennoch: Sollte die Lichtpflicht in absehbarer Zeit kommen, ist die sparsamere Technik aus Sicht des VCD unabdingbar um den Energieverbrauch zu minimieren.

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