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Vision Zero: von den Nachbarn lernen

Schuljunge vor der Windschutzscheibe eines

Foto: MEDIA-N/N. Novak

2005 wurden fast 5.361 Menschen auf deutschen Straßen getötet. Rund 440.000 wurden im Verkehr verletzt, etwa ein Fünftel davon schwer. Keine andere menschengemachte Technik fordert einen derart hohen Blutzoll. Der VCD will die dramatischen Folgen der Auto-Mobilität nicht länger hinnehmen. Deshalb engagieren wir uns für einen neuen Ansatz in der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland: Vision Zero.

Vision Zero stammt ursprünglich aus der Arbeitssicherheit und wurde vor mehr als 100 Jahren in der chemischen Industrie eingeführt: Kein Arbeiter sollte bei seiner Tätigkeit dem Risiko ausgesetzt werden, getötet oder schwer verletzt zu werden. Dieses Konzept übertrugen Mitte der 90er Jahre zuerst die Schweden auf den Straßenverkehr. Hier entwickelten Claes Tingvall und seine Kollegen von der schwedischen Straßenverkehrsbehörde das revolutionäre Programm für mehr Verkehrssicherheit auf der Straße mit dem langfristigen Ziel, die Zahl der im Verkehr Getöteten und schwer Verletzten auf null zu senken.

Zwei entscheidende Grundbedingungen zeichnen Vision Zero aus:

Menschen machen Fehler. Im Straßenverkehr haben diese oft fatale Folgen. Deshalb muss der Verkehr dem Menschen mit all seinen Fehlern angepasst werden, damit der Mensch nicht länger mit seiner Gesundheit oder gar dem Leben für seine Fehler bezahlt.

In der Umsetzung erfordert Vision Zero eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen in vier Handlungsfeldern. Alle dienen dem Ziel, die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten auf ein Minimum zu reduzieren.

Während in Deutschland Verkehrssicherheit immer noch überwiegend aus der Windschutzscheibenperspektive betrachtet wird, haben andere Länder in Europa Vision Zero bereits zum politischen Programm gemacht. Neben Vorreiter Schweden sind auch Groß Britannien, die Niederlande, Österreich und die Schweiz deutlich weiter als Deutschland. In all diesen Ländern gibt es konkrete Vereinbarungen und Programme auf dem Weg zu Null Verkehrstoten und Schwerverletzten. Überall wurden konkrete Reduktionsziele bei den Opferzahlen festgelegt und die bisherigen Erfahrungen zeigen die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen. Die Schweiz hat im Rahmen ihres »Via Sicura« Programmes 2005 durch einen Mix von Öffentlichkeitsarbeit und Verkehrskontrollen die Zahl der Verkehrstoten um 20 Prozent gesenkt. Das ist der größte Rückgang, der jemals dokumentiert wurde.

Der VCD will, dass Vision Zero auch in Deutschland Wirklichkeit wird. Deshalb haben wir einen Masterplan Vision Zero erarbeitet und bringen das Konzept in Öffentlichkeit und Politik voran.

Downloads

VCD Masterplan Vision Zero, Kurzfassung (pdf, 435 KB)

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